St. Joseph, sorg! (ESA 19)
Schwer und dunkel lastet über uns der Himmel.
Ist denn ewig Nacht und will das Licht uns nimmer scheinen?
Hat der Vater droben sich von uns gewendet?
Wie ein Albdruck schnürt die Not das Herz zusammen –,
Ist kein Retter weit und breit, der Hilfe weiß?
Sieh, ein Strahl dringt siegreich durch die Wolken,
Freundlich blickt ein helles Sternlein nieder
Wie ein Vaterauge gütig – mild.
Und so nehm' ich alles, was uns ängstet,
Heb' es hoch empor und leg' es in die treuen Hände:
Nimm es auf –, St. Joseph, sorg!
Starke Stürme brausen durch die Lande.
Eichen, die ins Herz der Erde ihre Wurzeln senkten
Und die Kronen stolz zum Himmel hoben,
Liegen nun entwurzelt und geborsten –Greuel der Verwüstung rings umher.
Rüttelt nicht der Sturm auch an des Glaubens Feste?
Werden ihre heil'gen Säulen brechen?
Unser Arm ist schwach – wer wird sie stützen?
Flehend heben wir zu Dir die Hände:
Du, gleich Abraham des Glaubens Vater,
Stark in Kindeseinfalt, wundermächtig
Durch Gehorsamskraft und reinen Sinn:
Schirm des neuen Bundes heil'gen Tempel,
Sei ihm Schutz –, St. Joseph, sorg!
Wenn wir in die Fremde wandern müssen
Und von Haus zu Haus nach Herberg suchen,
Schreit uns dann voraus als treuer Führer,
Du, der reinsten Jungfrau Weggenosse,
Du, des Gotteskindes treu besorgter Vater.
Bethlehem und Nazareth, ja selbst Ägypten
Wird uns Heimat, wenn Du bei uns weilest.
Wo Du bist, da ist des Himmels Segen.
Kindlich folgen nach wir Deinen Schritten,
Fassen Deine Hände voll Vertrauen:
Sei uns Heimat Du: St. Joseph, sorg!