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Pastorale Lernreisen auf die Philippinen im Herbst 2016

Zwei Reisegruppen

Vom 25.10. bis 11.11. sowie vom 15.11. bis 02.12.2016 machen sich zwei Gruppen mit jeweils 18 Teilnehmenden aus dem Erzbistum Köln zu zwei weltkirchlichen Lernreisen auf den Weg auf die Philippinen. Teams aus verschiedenen Dekanaten oder Seelsorgebereichen aller Regionen des Erzbistums sowie (leitende) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Generalvikariates reisen gemeinsam: Frauen und Männer, Priester, Diakone, Gemeinde- und Pastoralreferent/-innen, Jüngere und Ältere werden in einer anderen Ortskirche kennenlernen, wie sich dort auf der Basis der Aussagen des II. Vatikanischen Konzils eine partizipative, dezentral ausgerichtete Kirche entwickelt hat und wie deren Umgangsweisen mit pastoralen Fragen und Lösungswegen ausschaut. Vorbereitung, Organisation und Leitung der Reisen liegen bei Vera Krause und Dieter Tewes von der Diözesanstelle für den pastoralen Zukunftsweg.

Gespräch auf einem Basisgemeinde-Treffen auf den Philippinen
Gespräch auf einem Basisgemeinde-Treffen auf den Philippinen

Kapieren, nicht Kopieren

Große Herausforderungen, Probleme, Fragen und kirchliche Neu-Entwicklungen gibt es nicht nur in der katholischen Kirche in Deutschland. Für manches, was für uns noch neu oder unklar ist (z.B. die größer werdenden pastoralen Räume bei weniger pastoralem Personal), haben andere Diözesen der Weltkirche bereits ihre (immer auch begrenzten und vorläufigen) Antworten und Wege gefunden. Natürlich sind es deren Antworten und Wege. Sie passen für deren Kultur und Kontext und darum nicht "automatisch" für unsere. Und doch haben sich viele Erfahrungen, Angangswege und Haltungen anderer Ortskirchen für die Kirche in Europa als inspirierend und hilfreich erwiesen. Die Kirche auf den Philippinen ist so eine Ortskirche, die es aus vielerlei Gründen lohnt, näher angeschaut zu werden.

Kardinal Woelki schreibt in seinem Fastenhirtenbrief 2016: „Wir wollen weltweit voneinander lernen. Dabei wollen wir Dinge nicht eins zu eins übertragen, sondern zu verstehen beginnen, welche Visionen und pastoralen Ausrichtungen den verschiedenen Ortskirchen den Weg gewiesen haben, im jeweiligen Kontext Kirche für und mit den Menschen zu sein.“ Auf solch einen Weg des Lernens und Verstehens wollen sich die beiden Reisegruppen im Herbst 2016 machen. Dabei geht es nicht ums kopieren, sondern um grundlegendes kapieren.

Erfahrene Partner in einer eindrücklichen Ortskirche

Auf den Reisen geht es nicht darum, ein ausdrücklich philippinisches Kirchenmodell zu lernen, sondern sich vom pastoralen Ansatz der gesamtasiatischen Kirche (AsIPA) ispirieren zu lassen, in dem sich für unsere aktuellen "großen" Fragen in Deutschland wichtige Anknüpungspunkte finden lassen. Ein weiterer Beweggrund für die Reise auf die Philippinen ist die intensive Zusammenarbeit mit dem Pastoralinstitut „Bukal ng Tipan“ (Quelle des Bundes) in Taytay bei Manila, das uns ein bewährter Kooperationspartner vor Ort ist. Das Team des Instituts begleitet in einer ausdrücklich geistlichen Weise Diözesen in ganz Südostasien auf ihrem Weg, im jeweiligen kulturellen und sozialen Kontext nach ihrer kirchlichen Sendung heute zu fragen und sich als eine vor Ort lebendige Kirche neu auszurichten. Zahlreiche Teams aus deutschsprachigen Diözesen (u.a. Paderborn, Münster, Berlin, Limburg, Hamburg, Osnabrück, Hildesheim, Erfurt, Dresden-Meißen, Aachen, essen, Wien) haben in den vergangenen Jahren festgestellt, dass sie von den Erfahrungen dieser diözesanen Wege und besonders von der Wegbegleitung durch Bukal ng Tipan grundlegend profitieren können. Die Arbeit des Instituts speist sich sowohl aus der praktischen Vernetzung der gesmatasiatischen Kirche(n) sowie aus einem intensiven interkontinentalen Austausch weltweit, ist also keineswegs auf den Erfahrungsraum der Philippinen beschränkt.

Kirchenentwicklung als geistlicher Prozess

Wenn Bukal ng Tipan mit Diözesen arbeitet, helfen sie diesen Diözesen zunächst in einem Visionsprozess mit breiter Beteiligung aller Gemeinden zu klären, "was" für eine Kirche entsprechend der Beschlüsse des Zweiten Vatikanischen Konzils – das für die Arbeit von Bukal ng Tipan grundlegend ist – die jeweilige Diözese sein will. Was wollen sie als Kirche sein und tun, um konkret in ihrem jeweiligen Kontext Gott und dem Anbruch des Reiches Gottes mitten unter den Menschen dort dienlich zu sein? Um darauf eine Antwort zu finden, wird zunächst dieser Kontext genau angeschaut, wird analysiert, um anschließend zu fragen: Was wünscht sich Christus als Antwort seiner Kirche auf diese Situation, auf diese Probleme oder Herausforderungen der Menschen?

Analyse und Antwortsuche geschieht dabei nicht durch wenige Experten, sondern in einem geistlichen Prozess und mit Beteiligung möglichst vieler Getaufter. Für solche Visionsprozesse hat Bukal ng Tipan praktische Methoden entwickelt, die auf der Reise kennengelernt und ausprobiert werden.

Wort-Gottes-Feier in einer Kapellengemeinde
Wort-Gottes-Feier in einer Kapellengemeinde

Schwieriger als das "Was?" ist das "Wie?"

Wenn über das „Was?“ Konsens hergestellt ist, kommt die Frage nach dem „Wie?“ ins Bewusstsein, die sich erfahrungsgemäß in fast allen Ortskirchen als die schwierigere erweist. Diese Erfahrung teilen auch wir in Deutschland. Wie geht es "praktisch", eine lebendige und glaubwürdige Kirche zu werden und zu bleiben? Wie kommen wir hin zu der Gestalt von Kirche, die wir als unsere Sendung entdecken? Wie sehen konkrete Schritte aus? Wie können wir einander wirksam dabei unterstützen, gemeinsam mit allen Priestern, pastoralen Diensten, Getauften und Gefirmten sowie den nach dem Glauben suchenden Menschen immer mehr Kirche Jesu Christi hier und heute zu werden? – Auch für dieses „Wie“ hat Bukal ng Tipan hilfreiche Werkzeuge, Wege und Weisen entwickelt.

Das Programm

Auf den Reisen werden sich die Gruppen zunächst in einer geistlichen Zeit ("Retreat") und anschließend in einer pastoraltheologisch-praktischen Seminarzeit mit der Arbeitsweise sowie den spirituellen Grundlegungen und pastoralen Pratktiken der Kirche auf den Philippinen bzw. Asiens beschäftigen. Dabei wird in komprimierter Form erarbeitet, was das Bukal-Institut normalerweise mit Diözesen in längerfristigen Prozessen als Begleitungsweg geht: geistlich, theologisch, strukturell. In einem dritten Reiseteil, einem "Exposure", wird die Erzdiözese Jajo besucht, wo der örtliche Kirchen-Entwicklungsweg in der Praxis verschiedener Pfarreien angeschaut und miterlebt werden kann. „Kapieren, nicht kopieren!“ - darum wird es gehen: in einer lebendigen Ortskirche, die seit jeher in großen pastoralen Räumen mit wenig hauptberuflichem Personal lebt und glaubt und in durchaus beeindruckender Weise ihren Dienst mit und an den Menschen tut.

Gemeinsam erfahren, wie Gemeinde-Entwicklung gehen kann

Im Laufe der Reise sollen die Gruppen auch in eigenen Prozessen lernen, wie Gemeinschaft im Glauben entstehen kann, wie Kirchwerdung gehen, wie Gemeinde wachsen kann. In Theorie und Praxis, im Anschauen, Ausprobieren und Reflektieren, im Beten und Feiern werden sie Erfahrungen machen, die helfen können, zu Hause im Erzbistum Köln Zukunftswege für die je eigene Situation zu bahnen, zu erbeten, zu erarbeiten: mit den Menschen in den Gemeinden hier. Die Reiseteilnehmenden sollen "Kundschafter" sein, so Kardinal Woelki, die für das ganze Erzbistum neue Erfahrungen einholen.

 

Einladung zu einem Informations- und Austauschtag zu den pastoralen Lernreisen

Am 30.01.2017 findet von 9:30 Uhr bis 17.00 Uhr im Maternunshaus ein Informations- und Austauschtag zu den pastoralen Lernreisen auf die Philippinen im Rahmern der Weiterbildung für die Dienste im Erzbistum Köln statt.

Nähere Informationen dazu finden Sie hier.

Downloads und Links

ARTIKEL UND TEXTE ZU DEN PASTORALEN LERNREISEN:

 

Maximale Partizipation. Ein Reportage von Vera Krause in Herder-Korrespondenz 3/2016

 

 

RADIOSENDUNG:

 

Domradio am 08.09.2016: EXTRA! Oh, wie schön ist …? – Eine Pastoralreise auf die Philippinen