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Rota-Ansprache 2016

22. Januar 2016; Prälat Dr. Günter Assenmacher

 

Die Familie, die im Ehebund gründet, den ein Mann und eine Frau unwiderruflich eingehen, ist ein Traum Gottes zum Wohl der Menschheit. Davon sprach Papst Franziskus in seiner Rede vom 22.01.2016 zur Eröffnung des Gerichtsjahres bei der Rota Romana – also dem päpstlichen Gericht, das überwiegend in Ehesachen ent­scheidet, vor allem über Berufungen.

 

Den Traum Gottes erläuterte Papst Franziskus im Anschluss an seine Amts­vorgän­ger Pius XI. und Paul VI.: Mann und Frau sind berufen zur Teilhabe an der gött­lichen Liebe, Sie sind dazu berufen zum einen mit ihrer ehelichen Liebe und zum anderen dadurch, dass sie es über die Gründung einer Familie ermöglichen, dass mehr Menschen an der gött­lichen Liebe teilhaben können.

 

Die Beziehung zwischen Kirche und Familie würdigte Franziskus mit Verweis auf die christliche Familie als Hauskirche und auf die Kirche als Familie Gottes. Doch auch Christen mit schwachem oder verkümmertem Glauben hätten – auf geheimnisvolle Weise und möglicherweise nicht ausdrücklich-bewusst – eine Kenntnis von der Fülle des göttlichen Plans, zum einen von der Taufe her ("habitus fidei"), zum anderen von der göttlichen Schöpfung her ("instinctus naturae").

 

Dabei verdeutlichte der Papst (was schon seiner Rota-Ansprache des Vorjahres zu entnehmen war): Ein Mangel an Glauben macht keinesfalls automatisch oder unmittel­bar eine Eheschließung zwischen Getauften ungültig.

Papst Franziskus erklärte (mit erneutem Verweis auf can. 1099 CIC), dass ein Mangel an Gläubigkeit sowie irrige Eheauffassungen nur dann eine Eheschließung ungültig machen, wenn sie den Ehewillen tatsächlich bestimmen; die Irrtümer, die die Sakramentalität der Ehe betreffen, seien sehr sorgsam abzuwägen.

 

Den Dienst der Rota kennzeichnete Franziskus als einen Beitrag zur Wertschätzung der Familie. Im Anschluss an seinen Amtsvorgänger Pius XII. nannte der Papst die Rota einen "Gerichtshof der Familie und der Wahrheit des heiligen Ehebandes"; und er erinnerte an die Familiensynoden in den Jahren 2014/15, die der Welt gezeigt haben, "dass es keine Verwirrung zwischen der von Gott gewollten Familie und allen anderen For­men von Lebensgemeinschaften geben darf".

 

Näherhin erklärte Papst Franziskus: Die Kirche könne die unaufgebbare Wahrheit der Ehe nach dem Plan Gottes verkünden, und die Kirche könne zugleich die bleibende barmherzige Liebe Gottes zu den Familien zeigen, besonders auch zu den verwundeten.

Für die Kirche bleibe die Ehe – mit der Elternschaft, dem Gattenwohl, der Treue der Unwiderruflichkeit, der Sakramentalität – nicht ein Ideal für nur wenige Menschen, sondern eine Wirklichkeit, die in der Gnade Christi von allen getauften Gläubigen gelebt werden kann.

Allerdings zielten die Lebensformen der Moderne sehr auf Flüchtiges und Vergängliches. Seelsorglich umso dringender sei daher eine auf der Synode vorgeschlagene gründliche Vorbereitung auf die Ehe, die alle Strukturen der Kirche einbezieht.

 

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