Diese animierte Themenliste kann leider nicht angezeigt werden. Zur Darstellung benötigen Sie Adobe Flash Player©.

Veranstaltungen

Qualifikation zur Präventionsfachkraft in der Behindertenhilfe
25.04.2017 - Kombinierte Qualifizierungsmaßnahme incl. der Intensiv-Präventionsschulung. 25. + 26. April 2017 sowie 09 + 10 Mai 2017

Suchen & Finden

 
Kontakte Prävention

Manuela Röttgen
Präventionsbeauftragte Referentin Kinder- und Jugendschutz
Kontaktformular

Stefan Freck
Referent Schutz- oder hilfebedürftige Erwachsene
Kontaktformular

Sabine Gillwald
Sachbearbeiterin Veranstaltungs-
organisation
Kontaktformular

Nina Mahner
Sachbearbeiterin
EFZ-Büro
Kontaktformular

Petra Sablotny
Sachbearbeiterin
EFZ-Büro
Kontaktformular

 

Telefonisch erreichen Sie uns unter:
0221 1642-1500

 

Postanschrift
Erzbistum Köln - Generalvikariat

Hauptabteilung Seelsorge
Abteilung Bildung und Dialog

Prävention im Erzbistum Köln


Marzellenstr. 32
50668 Köln


praevention@erzbistum-koeln.de

Unter einem 'Institutionellen Schutzkonzept' versteht man die gebündelten Bemühungen eines Trägers um die Prävention von sexualisierter Gewalt.

Es ist der ganzheitliche Ansatz, der auf der Basis einer Grundhaltung von 'Wertschätzung und Respekt' mit dem Ziel und unter dem Dach einer 'Kultur der Achtsamkeit' die verschiedenen präventiven Maßnahmen in Beziehung zueinander bringt. Die in der Präventionsordnung stehenden Maßnahmen stehen somit nicht isoliert sondern in einem Gesamtzusammenhang.

Kirchenrechtliche Vorgaben für das institutionelle Schutzkonzept

In § 3 der Präventionsordnung werden alle Rechtsträger verpflichtet, ein sogenanntes institutionelles Schutzkonzept zu erstellen. Die Frist zur Erstellung von institutionellen Schutzkonzepten ist der 31.12.2018.

 

In Punkt I. der Ausführungsbestimmungen werden die Anforderungen an das institutionelle Schutzkonzept näher konkretisiert. Vor Erstellung des Schutzkonzeptes ist eine

  • Risikoanalyse durchzuführen.

In das institutionelle Schutzkonzept sind die Inhalte der §§ 4-10 der Präventionsordnung und die dazu erlassenen Ausführungsbestimmungen aufzunehmen. Das institutionelle Schutzkonzept beinhaltet im Bereich schutz- oder hilfebedürftiger Erwachsener folgende Bausteine:

  • Persönliche Eignung
  • Selbstauskunftserklärung
  • Verhaltenskodex
  • Beschwerdewege
  • Qualitätsmanagement
  • Aus- und Fortbildung
  • Maßnahmen zur Stärkung von Minderjährigen und schutz- oder hilfebedürftigen Erwachsenen

Verschiedene Rechtsträger können gemeinsam ein institutionelles Schutzkonzept entwickeln. Ein bereits entwickeltes Schutzkonzept muss vom Rechtsträger auf die Übereinstimmung mit der Präventionsordnung und den Ausführungsbestimmungen überprüft werden. 

Das in Kraft gesetzte institutionelle Schutzkonzept eines kirchlichen Rechtsträgers ist in geeigneter Weise zu veröffentlichen und der Präventionsbeauftragten zuzuleiten.

 

Mustervorlagen

Risikoanalyse

 

Grundlage zur Erstellung eines Institutionellen Schutzkonzeptes zum Schutz vor sexualisierter Gewalt bei kirchlichen Trägern ist die Durchführung einer Risikoanalyse, die vor der Erstellung eines institutionellen Schutzkonzeptes vom Träger in die Wege geleitet wird. 

 

Im folgenden Download finden Sie die „Arbeitshilfe zur Prävention sexualisierter Gewalt – Institutionelle Schutzkonzepte in Einrichtungen der Erwachsenenhilfe – Heft 1. Grundlagen und der erste Schritt der Risikoanalyse“, die in enger Abstimmung mit dem Diözesan Caritasverband für das Erzbistum Köln entstanden ist. Die Arbeitshilfe präzisiert den Standard des Mantelschutzkonzeptes durch Hintergrundinformationen und die Beschreibung detaillierter, konkreter Arbeitsschritte für den Entwicklungsprozess. Sie enthält grundlegende Informationen zur Thematik "Prävention sexualisierter Gewalt" und beinhaltet einen ausführlichen Musterfragebogen, aus dem sich die jeweiligen Arbeitsgruppen für die Risikoanalyse bedienen können. Weiter unten finden Sie den Musterfragebogen als Download. So können die für die jeweiligen Risikoanalysen geeigneten Fragen kopiert und auf den Rechtsträgerbereich individuell angepasst werden um eine qualitative Aussage zu erhalten.

Die Musterfragen sind aus dem Mantelschutzkonzept und damit dem NRW Entwicklungsprojekt entnommen und mit Rückmeldungen aus den Arbeitsfeldern ergänzt worden.

Auf Wunsch erhalten Sie bis zu fünf Exemplare der Druckfassung zugesandt.

 

Bausteine des institutionellen Schutzkonzeptes

 

Das institutionelle Schutzkonzept beinhaltet im Bereich schutz- oder hilfebedürftiger Erwachsener folgende Bausteine:

 

1. Persönliche Eignung

Der Träger der Einrichtung ist aufgefordert sicherzustellen, dass er nur geeignetes Personal im Sinne der Präventionsordnung einstellt. Dies bezieht sich sowohl auf die fachliche Kompetenz als auch auf die persönliche Eignung. Personen, die rechtskräftig wegen einer Straftat gegen die sexuelle Selbstbestimmung verurteilt sind, dürfen nicht zum Einsatz kommen. Die Einholung eines erweiterten Führungszeugnisses ist nach geltender Rechtslage derzeit im Sinne der Prävention von sexualisierter Gewalt nur im Bereich Kinder- und Jugendschutz möglich. Eine flächendeckende Einholung von erweiterten Führungszeugnissen zur Sicherung der persönlichen Eignung im Erwachsenenbereich ist vom Gesetzgeber bisher nicht vorgesehen. In Ausnahmefällen oder  überschneidenden Tätigkeiten, z.B. bei der Betreuung von minderjährigen Menschen mit Behinderungen oder bei dem Einsatz von minderjährigen Auszubildenden, ist ein erweitertes Führungszeugnis einzuholen. Die zuständigen Personalverantwortlichen sorgen für eine angemessene Thematisierung in  der Personalentwicklung und für die Aus- und Fortbildung zur Prävention sexualisierter Gewalt.


2. Selbstauskunftserklärung

Die Rechtsträger haben dahingehend von den Mitarbeitenden zusätzlich zur Unterzeichnung des Verhaltenskodex eine Selbstverpflichtungserklärung vorlegen  zu lassen, dass die entsprechende Person nicht wegen einer Straftat gegen die sexuelle Selbstbestimmung verurteilt ist.


3. Verhaltenskodex

Es werden partizipativ Verhaltensregeln formuliert, die ein fachlich adäquates Nähe-Distanz-Verhältnis, einen respektvollen Umgang und eine offene  Kommunikation gegenüber den schutz- oder hilfebedürftigen Erwachsenen regeln. Alle Mitarbeitenden sind aufgefordert, den Verhaltenskodex zu unterzeichnen. Die Unterzeichnung ist die verbindliche Voraussetzung für eine An- oder Einstellung, eine Weiterbeschäftigung sowie die Beauftragung von ehrenamtlich Tätigen. Der Verhaltenskodex ist in jedem Arbeitsbereich beteiligungsorientiert zu erstellen.


4. Beschwerdewege

Im Schutzkonzept werden Beschwerdewege für die schutz- oder hilfebedürftigen Erwachsenen, Angehörigen oder Personensorgeberechtigten beschrieben. Die Verfahren zur Intervention im Erzbistum Köln sind bekannt zu machen. Darüber hinaus sind interne und externe Beratungsstellen zu benennen.


5. Qualitätsmanagement

Die Sicherstellung der Überprüfung des ISK ist nach spätestens 5 Jahren bzw. nach einer Krisenintervention im Kontext der nachhaltigen Aufarbeitung eines Vorfalles sexualisierter Gewalt notwendig.


6. Aus- und Fortbildung

Im ISK wird festgehalten, dass die Mitarbeitenden und Ehrenamtlichen in der Vorbeugung sexueller Gewalt geschult werden und spätestens alle 5 Jahre im Themenfeld fortgebildet werden. Ehrenamtlich Tätige sind als Mitarbeitende zu behandeln. Der Schulungsumfang richtet sich nach der Intensität des Kontaktes zum anvertrauten schutz- oder hilfebedürftigen Klienten. Je intensiver der Kontakt, desto höher das Gefahrenpotential. Je intensiver der Kontakt ist, desto umfänglicher sollte die Fortbildung sein. Das Erzbistum Köln wird hierzu eine Empfehlung erstellen. Diese Empfehlung wird sich im arbeitsfeldspezifischen diözesanen Curriculum finden und wird im Heft 2 näher erläutert.


7. Maßnahmen zur Stärkung von schutz- oder hilfebedürftigen Erwachsenen

Der Rechtsträger ermöglicht geeignete Maßnahmen, die zur Stärkung der Klienten im Umgang mit dem Thema sexualisierte Gewalt dienen (Primärprävention). Dies können Kommunikationshilfen wie Broschüren in leichter Sprache in der Behindertenhilfe, Veranstaltungen zum Thema, Podiumsdiskussionen oder ähnliches sein.

Aus- und Fortbildung: Schulungsordner und -curricula für Präventionsschulungen

Kirchliche Rechtsträger tragen Verantwortung dafür, dass die Prävention gegen sexualisierte Gewalt integraler Bestandteil der Aus- und Fortbildung aller Mitarbeitenden sowie ehrenamtlich Tätigen ist. Hier definiert die Präventionsordnung einen Katalog von verschiedenen Themenbereichen, die in Präventionsschulungen arbeitsfeldbezogen behandelt werden. Sie dienen der Sensibilisierung, der Vermittlung grundlegender Informationen zum Thema sexualisierte Gewalt und der Erarbeitung eines fachlich-adäquaten Nähe-Distanz-Verhältnisses in der Arbeit mit schutz- oder hilfebedürftigen Erwachsenen.

Das Mantelschutzkonzept der NRW-Diözesen konkretisiert dies mit der Ausführung von Kurz-Curricula mit der Beschreibung von arbeitsfeldbezogenen Inhalten.

 

Die Präventionsschulungen werden je nach Nähe zum Klienten bzw. für Mitarbeitende mit Personal- und Organisationsverantwortung in den folgenden Modulen umgesetzt.

- Intensiv (hohe Nähe zum Klienten),

- Basis Plus (mittlere Nähe) oder

- Basis (geringe Nähe)

 

 

Zur Umsetzung der Schulungsmaßnahmen wurden bisher folgende umfangreiche Schulungsinhalte für die NRW-weite Umsetzung von Präventionsschulungen entwickelt:

 

  1. Arbeitshilfe für Fortbildungen zur Prävention sexualisierter Gewalt in der Behindertenhilfe und Sozialpsychiatrie
  2. Schulungsordner für Schulungen zur Prävention sexualisierter Gewalt in Diensten und Einnrichtungen der Altenhilfe (Arbeitsstand - geplante Veröffentlichung  Sommer 2017)

Die Vermittlung der Inhalte der o. g. werden entsprechende Schulungsreferentenqualifikationen angeboten. Die Schulungsreferenten erhalten einen Einblick in die Materialien und werden für die Umsetzung der Präventionsschulungen ausgebildet.

 

Einrichtungen und Dienste, die für die Erstellung von institutionellen Schutzkonzepten oder die Planung von Schulungen eine Druckfassung des jeweiligen Schulungsordners in der Altenhilfe / Arbeitshilfe in der Behindertenhilfe benötigen, können sich an Stefan Freck wenden.

 

Regelung zum Erweiterten Führungszeugnis

Im Bereich der schutz- oder hilfebdürftigen Erwachsenen gibt es derzeit keine rechtlichen Regelungen für die Einholung von Erweiterten Führungszeugnissen. Es liegt weder in der Prävention noch in der Intervention eine normative Regelung vor, die rechtsstaatlich gesichert ist. Der § 30a BZRG (Bundeszentralregistergesetzt) ist nicht einschlägig. Einrichtungen und Dienste in der Pflege, Behinderteneinrichtungen oder Betreuungsdienste können kein erweitertes Führungszeugnis oder sonst eine Auskunft von ihren haupt-, neben- oder ehrenamtlichen Mitarbeitern verlangen. Auch wenn diese Personen Kontakt mit volljährigen Menschen mit besonderer Schutzbedürftigkeit haben.

Eine vergleichbare Regelung wie im Kinder- und Jugendschutz, ähnlich dem §72a VII,  ist nicht vorhanden. Im Falle der Praxis zur Einholung von erweiterten Führungszeugnissen für diesen Bereich ist es daher zweifelhaft, ob dies im Sinne des §30a Abs. 1 Nr. 1 BZRG angewendet werden darf.

 

Der Deutsche Caritasverband hat dazu eine Stellungnahme heraus gegeben, in der dieses nachlesbar ist. Hier findet sich auch der akutelle Diskussionsstand und eine Forderung an die Politik wieder, die zu einer Änderung in den Sozialgesetzen führen soll und eine Einholung von erweiterten Führungszeugnissen ermöglicht.

 

Mantelschutzkonzept der NRW - Diözesen

Für den Bereich der schutz- oder hilfebedürftigen Erwachsenen wurden von den Präventionsbeauftragten der NRW (Erz-)Diözesen Empfehlungen für die Erstellung von institutionellen Schutzkonzepten durch ein NRW-weit gültiges Mantelschutzkonzept erarbeitet. Dieses dient als Orientierungsrahmen für die Mindestanforderungen an ein institutionelles Schutzkonzept.

Es beschreibt die Mindeststandards von institutionellen Schutzkonzepten bei kirchlichen Rechtsträgern in den Feldern der Erwachsenenhilfe nach den Vorgaben der Präventionsordnung und beinhaltet die Ergebnisse des in 2015 durchgeführten NRW Entwicklungsprojekts zur Entwicklung von einheitlichen, NRW landesweit gültigen Kriterien zur inhaltlichen Bewertung von arbeitsfeldbezogenen institutionellen Schutzkonzepten. Es sorgt damit für eine landesweit einheitliche, allgemeine Grundlage und gibt erste Hinweise für eine Umsetzung.  Es beinhaltet keine abschließenden, differenzierten und für alle Arbeitsfelder gleichermaßen gültigen Formulierungen im Sinne eines Musterkonzeptes. Mögliche Konkretisierungen und diözesane Spezifika dazu werden in enger Kooperation mit dem Diözesan Caritasverband für das Erzbistum Köln abgestimmt.

Die vollständige Fassung des Mantelschutzkonzeptes können Sie online bestellen oder als PDF Dokument herunter laden.