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Menschen mit Demenz tanzen in der Kölner Wolkenburg

Altenpastoral im Erzbistum Köln - "Wir tanzen wieder!" - Jubiläum
11. Oktober 2017; Newsdesk/mac

Menschen mit Demenz tanzen in der Kölner Wolkenburg

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Menschen mit Demenz tanzen in der Kölner Wolkenburg Menschen mit Demenz tanzen in der Kölner Wolkenburg

„So ein Tag, so wunderschön wie heute…“ erklingt im Festsaal der Wolkenburg in Köln. Der besondere Veranstaltungsort mit barockem Flair ist wie geschaffen für Hochzeiten und Tanzveranstaltungen. Über 200 Teilnehmer haben sich für den Jubiläumsball der Initiative „Wir tanzen wieder!“ angemeldet. Kaum ist der Kaffee ausgetrunken, ertönt der Startschuss: „Jetzt wollen wir alle tanzen sehen!“, ruft Hans-Georg Stallnig und freut sich sichtlich über jeden der Anwesenden. „Wir tanzen wieder!“ – das ist eine Initiative des Pflegedienstleisters Alexianer Köln und der ADTV Tanzschule Stallnig-Nierhaus in Köln Bayenthal.

 

„Das Herz wird nicht dement“

„Alle mitmachen! Wer jetzt nicht mittanzt, ist wirklich alt!“: Der Tanzlehrer und gebürtige Erfurter Hans-Georg Stallnig versteht es, die Damen und Herren bei Laune zu halten und zum Tanzen zu animieren.

 

Begonnen hat alles mit dem Weltalzheimertag 2007. „Unser Ziel war es, möglichst viele Menschen mit Demenz auf das Projekt „Wir tanzen wieder!“ des Demenz-Servicezentrums Region Köln und das südliche Rheinland aufmerksam zu machen“, erinnert sich auch Stefan Kleinstück, Leiter des Demenz-Servicezentrums und Initiator. 80 Leute folgten dem Aufruf damals. Aus der zunächst kleinen Idee ist mittlerweile eine bundesweite Initiative geworden.

 

Der erste Ball fand am 24. Oktober 2008 in einer Tanzschule statt: Ein Hinweis darauf, dass es den Verantwortlichen wichtig ist, die Betroffenen aus ihrem Alltag im Seniorenheim herauszuholen und zu Neuem zu bewegen, denn „das Herz wird nicht dement“. Musik ist immer mit Emotionen verknüpft: Lassen Erinnerung und Sprachvermögen auch nach, lösen die Rhythmen und Klänge noch immer etwas in den Menschen aus.

 

Foxtrott, Quick-Step und zwei Highlights

„Jetzt einen Wiener op Kölsch!“: Stallnig und Kleinstück zaubern den Menschen ein Lächeln ins Gesicht und bewegen sie zum Tanzen. Ob Wiener Walzer, Foxtrott aus den 30ern oder Quick-Step: Das Parkett im Festsaal bietet Platz für alle. Und wer am Platz bleibt, schunkelt und singt munter mit.

 

Gleich zwei Höhepunkte in der 10-jährigen Geschichte erwarten die Teilnehmer an diesem besonderen Tag: Beim Riverdance bilden alle einen Kreis. Paare tanzen lebhaft in der Mitte – die anderen ziehen mit. Doch damit nicht genug, denn die Organisatoren bieten den Anwesenden das Showtanzprogramm „Ballett meets Pantomime“. Mit dabei: Stefan Kleinstück und Constanze Stallnig-Nierhaus, die das Ballett mit ins Spiel bringt.

 

„Mensch.Demenz.Kirche“: Ein Projekt für Betroffene und Angehörige

Durch das gemeinsame Tanzen entstehen Geselligkeit und Freude. Diese wirken sich sehr positiv aus, sind demenzkranke Menschen doch auf emotionaler Ebene sehr leicht ansprechbar. Gemeinsam erleben sie Neues und erinnern sich durch Rhythmus und Klang an glückliche Momente.

 

Der Jubiläumsball der Initiative „Wir tanzen wieder!“ steht im Programm des Projekts „Mensch.Demenz.Kirche“. Damit macht die Abteilung Altenpastoral des Erzbistums Köln einen sensiblen seelsorglichen Umgang mit Demenzbetroffenen und ihren Angehörigen möglich. Trotz ihrer Erkrankung sind sie lebendige Steine der Kirche und der Gemeinden vor Ort. Das Erzbistum teilt diese Lebendigkeit des Miteinanders aus christlichem Selbstverständnis.

 

Nach zwei Stunden träumen, schwingen und kuscheln beendet Stefan Kleinstück– nicht ohne Wehmut im Blick – den Jubiläumsball um 17 Uhr: „Ich bin geflasht!“ Dem können sich alle anschließen, die mit einem Lächeln und mit Vorfreude auf den nächste Tanzball die Wolkenburg verlassen.

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