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Kölner Dom: Vor 175 Jahren wurde zum zweiten Mal der Grundstein gelegt

Nach 300 Jahren Baupause begann im September 1842 die Vollendung des Kölner Doms.
4. September 2017; Newsdesk/ahi, KIZ/Boecker

Lithografie des Kölner Doms von Georg Osterwald.

Köln. Am 4. September jährt sich zum 175. Mal die Grundsteinlegung für den Weiterbau des Kölner Doms. Nach rund 300-jähriger Baupause, in der der Dom als ein eindrucksvoller, aber vor sich hin bröckelnder Torso die Menschen faszinierte, gab der preußische König Friedrich Wilhelm IV. mit der Grundsteinlegung den Startschuss für die Vollendung des Doms. Glaubt man den historischen Berichten, so muss damals ganz Köln auf den Beinen gewesen sein.

 

Unter den Augenzeugen dieses historischen Moments, war auch der Mann, der einen maßgeblichen Anteil daran hatte, dass die „verrückte Idee, den Dom zu vollenden“, schließlich doch in die Tat umgesetzt wurde: Sulpiz Boisserée. Beseelt von dem Gedanken den Dom fertigzubauen, hatte er seit seiner Jugend alles unternommen, um die größten Köpfe seiner Zeit mit dem „Domvollendungsvirus“ zu infizieren. „Alle großen und ernsten Erinnerungen werden rege. Das Gefühl überwältigt mich und bricht in einem Strom von Thränen aus“, notiert er am Abend dieses Tages in seinem Tagebuch.

 

Kritisch bemerkt er, dass auf der eigens aufgebauten Tribüne am Dom viele Plätze leer geblieben seien. Den Grund nennt er auch: „Die Tribünen sind leer, weil der Eintritt zu teuer gehalten“.

 

 

Werk des Brudersinnes aller Deutschen

Nicht nur Boisserée ist von der Rede des preußischen Königs sehr angetan. Schon als Kronprinz hatte der König sein Herz an den Dom verloren und auch viel dazu beigetragen, dass das Bauwerk in den vergangenen Jahrzehnten zumindest in seinem Bestand gesichert wurde.

 

„Dies ist, Sie fühlen es, kein gewöhnlicher Prachtbau. Es ist das Werk des Brudersinnes aller Deutschen, aller Bekenntnisse. Wenn ich dies bedenke, so füllen sich meine Augen mit Wonnethränen und ich danke Gott, diesen Tag zu erleben.“ Des Königs Rede gipfelt in dem Wunsch, „das große Werk verkünde den späteren Geschlechtern von einem durch die Einigkeit seiner Fürsten und Völker großen, mächtigen, ja den Frieden der Welt erzwingenden Deutschland!“

 

„Der Dom von Köln“, fährt der König fort, „das bitte ich von Gott, rage über diese Stadt, rage über Deutschland, über Zeiten reich an Menschenfrieden, reich an Gottesfrieden bis an das Ende der Tage.“ Als Friedrich Wilhelm IV. seine Rede mit dem „tausendjährigen Lob der Stadt: Alaaf Köln“ beendet, kennt die Begeisterung für den König keine Grenzen.

 

In der ihm eigenen Art kommentiert Boisserée in seinem Tagebuch das weitere Geschehen: Die Reden des Erzbischofs von Geissel, des Dombauvereinspräsidenten von Wittgenstein und des Dombaumeisters Zwirners hätten nach dem großen Eindruck der Königs-Rede nur eine schwache Wirkung, „dazu kam noch, dass bei der Rede des Erzbischofs ein Regen-Schauer ausbrach“.

 

Nach diesem Tag sollten noch 38 Jahre vergehen, ehe am 15. Oktober 1880 die Vollendung der Kathedrale feierlich begangen werden konnte.

 

Tag der offenen Tür

Am 9. September gewährt die Dombauhütte, im Rahmen des Tages des offenen Denkmals, Einlass in ihre Werkstätten. Zahlreiche Mitarbeiter werden
die verschiedenen handwerklichen und restauratorischen Fähigkeiten erlebbar machen, die fü den Erhalt des Weltkulturerbes notwendig sind. Der Zentral-Dombau-Verein wird in seinem Jubiläumsjahr mit einem Informationsstand anwesend sein und für sein Engagement für den Erhalt der einzigartigen Kathedrale werben. Die Kulturstiftung Kölner Dom stellt in der Glaswerkstatt der Dombauhütte ihre Spendenaktion zugunsten der Restaurierung des Christusfensters aus dem 16. Jahrhundert vor und auch der Verlag Kölner Dom ist mit einem Stand vertreten.


Auch das Baptisterium hinter dem Domchor (Am Domhof) kann am Samstag, den 9. September im Rahmen von Führungen um 10, 13 und 16 Uhr besichtigt werden. Eine Anmeldung ist für beide Veranstaltungen nicht erforderlich.

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