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Afrikatag stellt Versöhnungsarbeit vor

Erzbistum Köln - missio - Afrikakollekte
28. Dezember 2016; missio-hilft.de, HA Medien und Kommunikation/Je

Geld für Afrika sammelt das Internationale Katholische Hilfswerk missio am 6. Januar 2017 in allen Gottesdiensten im Erzbistum Köln. Missio stellt in diesem Jahr die Versöhnungsarbeit einheimischer Priester in Ruanda vor.

22 Jahre nach dem Völkermord der Hutu an der Tutsi-Minderheit, dem mehr als 800.000 Menschen zum Opfer fielen, geht es um die schmerzliche Aufarbeitung der Vergangenheit und darum Wege zu finden, auf denen die Erinnerung heilen kann und Versöhnung möglich ist.

 

Wie in Ruanda sind Priester an vielen Orten in Afrika Hoffnungsträger. Um wirksam zu helfen, brauchen sie eine gute Ausbildung und eine umfassende Vorbereitung auf ihre schwierigen Aufgaben. Die Kollekte zum Afrikatag leistet dazu einen wichtigen Beitrag.

 

Reportage: Ein Priester für die Versöhnung in Ruanda

Als Elfjähriger hat Pfarrer Joseph Nayigiziki selbst die Hölle des Völkermordes in Ruanda miterlebt. Er erinnert sich noch genau. Damals im Frühjahr 1994 begann das martialische Morden der Hutu-Gruppe an der Tutsi-Minderheit. Nachbarn töteten ihre Nachbarn im Blutrausch, metzelten sie mit unvorstellbarer Brutalität nieder. Nayigiziki verstand dieses Töten nicht und er hatte Angst, selbst umgebracht zu werden. Innerhalb von 100 Tagen wurden fast eine Million Menschen ermordet. Auch Vertreter der Kirche waren an den Morden beteiligt. Zurück blieb eine in weiten Teilen schwer traumatisierte Bevölkerung.

Heute, mehr als 20 Jahre später, herrscht Frieden in Ruanda.

 

Doch offene Wunden gibt es immer noch viele. Sie zu heilen, dieses Ziel hat sich Pfarrer Joseph Nayigiziki gesetzt. Mit 13 Jahren fasste er den Entschluss, Priester zu werden. Doch seine Eltern konnten ihm die Ausbildung nicht bezahlen. Dank der finanziellen Unterstützung der deutschen Katholiken konnte er dennoch Priesterseminare besuchen. Heute ist er auch Leiter der diözesanen Kommission Justitia et Pax, die Seminare zur Konfliktbewältigung anbietet. Derzeit finden in diesen Seminaren mehr als 70 Menschen Hilfe, um die traumatischen Erlebnisse des Genozids verarbeiten zu können. Täter und Opfer sitzen dabei oftmals nebeneinander. So wie Marie und Valens (Foto beim Klick auf das Plakat). Mit wenigen Hieben hatte Valens im April 1994 die beiden Töchter und den Ehemann von Marie getötet. Sie selbst verletzte er schwer an Nacken und Hinterkopf. Sie überlebt, aber ein Teil von ihr ist an diesem Tag gestorben, für immer.

 

Kann eine Mutter dem Mann vergeben, der ihre Töchter und ihren Ehemann getötet hat? Es scheint unmöglich. Doch die Kirche in Ruanda geht mit den Menschen den schweren Weg der Versöhnung. „Um Verzeihung bitten ist nicht leicht, vergeben auch nicht, aber beides heilt Wunden“, sagt Nayigiziki und sowohl Marie als auch Valens pflichten ihm bei. Aber es dauerte, bis auch Marie diese Aussage bejahen konnte. Drei Mal weist Marie Valens zurück, als er anklopft und um Vergebung bittet.

 

„Das Leben muss trotz allem weitergehen“, sagt Pfarrer Joseph. Staat und Kirche arbeiten in Ruanda an dem großen Projekt der Versöhnung und versuchen, die Menschen zu unterstützen, wo es geht: mit dem Bau von Häusern für die Opfer, mit Gedenkstätten und -tagen, mit Hilfe psychologischer Betreuung. Die Wunden sind noch lange nicht verheilt, aber viele sind auf einem hoffnungsvollen Weg in die Zukunft.

 

Die Ausbildung von Priestern wie Joseph Nayigiziki in Ruanda wird mit Mitteln aus der Kollekte für Afrika unterstützt.

 

Afrikatag

Der Afrikatag wurde 1891 von Papst Leo XIII. zur Bekämpfung der Sklaverei eingeführt. Sie ist die älteste weltkirchliche Kollekte der katholischen Kirche. Heute fördert missio damit die Ausbildung von Priestern sowie kirchlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, damit sie ihre Mitmenschen von modernen Formen der Sklaverei und Ungerechtigkeit befreien können.

 

missio

Das Internationale Katholische Missionswerk missio Aachen und das Internationale Katholische Missionswerk missio Ludwig Missionsverein in München gehören zum deutschen Zweig der Päpstlichen Missionswerke. missio München ist dabei für die bayerischen Diözesen und die Diözese Speyer zuständig, missio Aachen für die weiteren 19 Diözesen in Deutschland.

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