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Karmeliten, O.Carm.

Entstehung und Aufgabe
Wir Karmeliter sind eine Ordensgemeinschaft, die im 12. Jahrhundert auf dem Berg Karmel im heutigen Israel ihre Wurzeln hat. Kreuzfahrer und Pilger hatten sich dort zunächst als Einsiedlergemeinschaft niedergelassen, um auf diese Weise in Gottes Gegenwart zu leben.
Als Vorbilder gelebten Glaubens galten ihnen bereits in den Anfangszeiten zwei Gestalten aus der Bibel: Der Prophet Elija, der sich mit großem Eifer für den lebendigen Gott eingesetzt und in der Stille Gott erfahren hatte. Dieser Gott begleitet das ganze Leben Elijas. – Das zweite große Vorbild aus der Bibel war die Gottesmutter Maria. Sie öffnete sich für die Begegnung mit dem lebendigen Gott, dessen Nähe ihr vertraut war, mit dessen Wirken sie rechnete. Und Gott hat zu ihr gesprochen und sie gebeten, die Mutter Jesu zu werden. Sie war bereit dafür, sich von Gott her für diese Aufgabe berufen zu lassen. Sie hat ja gesagt und dieses Ja durchlebt und so den Menschen Gott nahe gebracht. Die biblischen Gestalten, Maria und Elija, sind die geistlichen Wurzeln, aus denen heraus wir Karmeliter auch heute noch leben. Sie prägen unsere Spiritualität, den Geist aus dem wir zu leben versuchen. Der niederländische Karmelit Titus Brandsma sagte einmal: “Wir müssen eine andere Maria werden – auch in uns muss Gott geboren werden.“ Titus Brandsma wurde 1985 als erster Häftling des Lagers Dachau von Papst Johannes Paul II. selig gesprochen. 
Wir Karmeliter versuchen aus der Haltung der bewussten Ausrichtung auf Gottes Gegenwart, die Begabungen und Fähigkeiten eines jeden Bruders unserer Gemeinschaft zu entdecken und zu fördern. Auf diese Weise wollen wir eine Spiritualität leben, durch die Gottes lebendiger Geist in unserer Welt sichtbar wird, so wie es bereits Maria und Elija gelebt haben. So trägt der Karmeliterorden dazu bei, das Reich Gottes in der Welt von heute sichtbar zu machen, als eine betende Gemeinschaft, als Teil der Kirche.

 

Einsatzgebiete und Lebensform
Als im 13. Jahrhundert die Karmeliter vom Karmelgebirge in Palästina nach Europa fliehen mussten, übernahmen sie Aufgaben in Seelsorge, Wissenschaft und anderen Bereichen. Seither haben Karmeliter versucht, die Herausforderungen ihrer Zeit zu verbinden mit den Wurzeln ihrer Spiritualität. Deshalb übernehmen wir verschiedenste Aufgaben in Pfarreien, Krankenhäusern, in der Exerzitienarbeit, der Beichtseelsorge, der geistlichen Begleitung, in den verschiedenen klosterinternen Arbeitsbereichen, die für das gemeinschaftliche Leben von großer Bedeutung sind.
Unser Lebensalltag bewegt sich zwischen drei Bereichen: Gemeinschaft (Brüderlichkeit), Gebet und Dienst (eine berufliche Herausforderung). Alle drei Bereiche versuchen wir aus unserer Spiritualität heraus zu leben. Insofern sind wir eine kontemplative Gemeinschaft von Brüdern mitten in der Welt von heute.

 

Aufnahme und Ausbildung
Wenn jemand an unserer Spiritualität, unserer Lebensform interessiert ist, möge er mit uns Kontakt aufnehmen. Es besteht die Möglichkeit eines persönlichen Kennenlernens sowie des Mitlebens in einem unserer Klöster.
Falls beide Seiten einen gemeinsamen Weg in der Gemeinschaft sehen, kann die erste Phase der Ausbildung beginnen. Im Postulat lebt der Kandidat mit uns in Gemeinschaft und hat die Möglichkeit, noch besser zu erfahren, ob der Weg im Orden für ihn der richtige ist. Daran schließt sich die zweite Phase der Ausbildung an. Das Noviziat dauert ein Jahr und bedeutet die Phase des Einlebens in die Gemeinschaft. Es endet mit der Zeitlichen Profess. Hier beginnt die dritte Phase der Ausbildung. Darin haben die Brüder die Möglichkeit, je nach ihren Fähigkeiten und Interessen, eine Aufgabe zu übernehmen oder eine berufliche Ausbildung zu beginnen, z.B. das Theologiestudium für die, die Priester werden möchten, oder einen weiteren Beruf. Nach frühestens drei Jahren Zeitlicher Profess kann dann die Ewige Profess die Ausbildung abschließen. Darin binden sich der Orden und der Bruder für immer aneinander.
Die im öffentlichen Gelübde versprochenen evangelischen Räte des Gehorsams, der Armut und der Keuschheit sind eine konkrete und radikale Weise der Nachfolge Christi. Sie sind „vor allem eine Gnadengabe der Heiligsten Dreifaltigkeit“, deren ewige und unermessliche Liebe „an die Wurzeln des Seins rührt.“ Wenn sie in freiem Entschluss und in Liebe angenommen sind, tragen die evangelischen Räte zur Läuterung des Herzens und zur geistlichen Freiheit bei. Denn der Geist gestaltet uns durch sie immer mehr um und macht uns Christus gleichförmig. Wir werden wie eine „lebendige Erinnerung an die Lebens- und Handlungsweise Jesu“. Durch die evangelischen Räte werden wir nicht weltfremd, sondern Sauerteig für die Umformung der Welt und Zeugen „der Wunder, die Gott in der schwachen Menschlichkeit wirkt“.

 

Kontaktadresse
 
Karmelitenkloster
Regionalkonvent St. Josef
Klarastrasse 17
50823 Köln-Ehrenfeld
Tel.: 0221/951790
Fax: 0221/951796