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Die kölnische Kirche von der Römerzeit bis ins Mittelalter

Köln im Zeitalter der Restauration

Die kirchliche Restauration im Bistum Köln
Die Restauration der Kirche vollzog sich im Bistum Köln später als im Bistum Trier, dafür aber leichter, durch den Rückhalt der Nachbarbistümer Trier und Maastricht. Das Kloster Maximin in Trier spielte bei der Restauration eine besondere Rolle, da wahrscheinlich etliche Kölner Geistliche Anfang des 7. Jahrhunderts aus Trier kamen.

Auch der über Köln hinaus bekannte hl. Kunibert kam aus dieser Gegend. Er veranlasste Aufzeichnungen der Lex Ribuaria (merowingisches Gesetzbuch) und galt daher als erster politischer Bischof in Köln. Auch erhielt er wichtige Schenkungen von Kölnischenen und dem Adel und brachte dadurch die eigentliche Restauration im Bistum Köln zum Abschluss. Auch nichtkölnische Kirchen, hauptsächlich linksrheinisch, erhielten durch Schenkungen Güter und dadurch Einfluss im Bistum Köln, bemerkenswert hier der Fernbesitz der Abtei Prüm. 

Bistumssprengel und Bistumsgliederung in spätmerowingischer Zeit 

Der Rückhalt des Bistums Köln in den Kirchen der spätrömischen Kastelle veränderte sich in der merowingischen Zeit hin zu den Gauen. Im Norden blieb Xanten als Hauptstellung, dazu kam der westfälische Raum südlich der Lippe und das westliche Sauerland. Südlich bildete Vinxtbach die Grenze zu Trier. Die Kölner Domkirche und früher genannte Kirchen gliederten das Bistum Köln durch sprengelartige Schwerpunkte. Dazu gehörte u.a. St. Gereon, St. Severin, St. Ursula und St. Kunibert. St. Severins Einfluss reichte von Köln über Godorf bis zur Bonner Dietkirche. Das davon südliche Gebiert bis zur Ahr und Diözesangrenze war in der Hand des Bonner Cassiusstiftes.

 

Im Königsland von Remagen und Sinzig hatten außerkölnische Kirchen, sowie Eigenkirchen des Königs und des Adels und zahlreiche bischöfliche Besitzungen bedeutenden Fernbesitz. Auch St. Gereon, St. Severin, Schwerpunkte des Kölner Bischofs, St. Cassius und Florentius, das Jülicher, Neusser und Xantener Gebiet, sie alle stellten als Bischofsgüter oder bischöfliche Urpfarreien eine wichtige Verbindung zu Köln her. In der spätmerowingischen Zeit wirkten die Bischöfe, die alte Kirche, die Könige und der Adel zusammen beim Aufbau der kirchlichen Organisation in der ganzen Diözese.

 

Köln und das Wirken der angelsächsischen Missionare 
Das Bistum Köln sah seinen Missionsauftrag im angrenzenden Norden und Osten. In England und Irland hatte das Christentum schon früh Fuß gefasst. In den entsprechenden angelsächsischen Klöstern wollte man die heidnischen Friesen und Sachsen auf dem Festland bekehren. Der bekannte angelsächsische Missionar Suitbert gründete mit Hilfe des Hausmeiers Pippin eine klösterliche Zelle in Kaiserswerth. Die geplante Erhebung Kölns zum Metropolitansitz des Bonifatius, der später nach Mainz ging, scheiterte u.a. auch am Adel. Zwei in den 690er Jahren erschlagene angelsächsische Missionare wurden auf Geheiß Pippins des Mittleren in der Kirche St. Kunibert beigesetzt.