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Die kölnische Kirche von der Römerzeit bis ins Mittelalter

Erzbistum und Erzstift Köln in staufischer Zeit (1125/1138 - 1250)

Die Reichsgeschichte in staufischer Zeit
Nach Heinrich V. wurde der Sachse Lothar (1125 - 1137) zum König gewählt. Unter ihm kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Welfen und Staufen und sein Tod (1137) ermöglichte den Staufern die Herrscherwürde. Man überging durch die Wahl des Staufen Konrad III den mächtigen Welfen Heinrich. Die Auseinandersetzungen wurden danach verstärkt offen ausgetragen. Konrad konnte bis zu seinem Tod nicht den Ausgleich mit den Welfen erreichen.

 

Das erreichte dann sein Neffe Friedrich I Barbarossa (1152 - 1190). Er stärkte seine Königsgewalt und durch ein Bündnis mit Papst Eugen III wurde er 1155 zum Kaiser gekrönt. Barbarossas Politik entfaltete sich räumlich und gedanklich. Er nahm an 3 Kreuzzügen teil und wurde durch seine Politik im Dienste des Reiches berühmt. König Heinrich VI (1190 - 1197) meldete Ansprüche auf die sizilische Krone an. Erst beim zweiten Italienzug eroberte er das Normannenreich und empfing 1194 die sizilische Königskrone. Mit seinem Tod zerfiel das Großreich der Staufer.

 

Im Rheinland entstanden beträchtliche Schäden wegen des Thronstreites zwischen Staufen und Welfen. Der Papst ließ während der Bannung des Welfen II IV. den Staufen Friedrich als Gegenkönig wählen. Friedrich II (1212 - 1250) verlagerte das Herrschaftszentrum nach Sizilien. Durch Heirat erwarb er den Anspruch auf die Krone Jerusalem. Nach dem Kreuzzug dorthin häuften sich seine Probleme, er führte einen Reichskrieg und nach seiner endgültigen Bannung wurde nach einem heftigen Kampf die Stauferherrschaft vernichtet.

Die Erzbischöfe von Köln als Reichsfürsten und Landesherren 
Während der Stauferzeit wurde das verantwortliche Handeln für die Kölner Erzbischöfe komplizierter. Es bestand ein dichtes Geflecht politischer, gesellschaftlicher, kirchlicher und geistiger Kräfte. Jeder Erzbischof musste sein Verhältnis zum Papst und zu den Bischöfen selbst bestimmen.

 

 

Bruno II. von Berg (1131 - 1137) ist der erste von fünf Kölner Erzbischöfen, die innerhalb eines Jahrhunderts aus dem bergischen Grafengeschlecht kamen. Weiterhin waren die Bischöfe an den König gebunden, sie wurden nach ihrer Wahl mit den weltlichen Hoheitsrechten belehnt. Durch das Erzkanzleramt für Italien war die Beziehung zum König noch enger, Bruno starb während des Zuges gegen die Normannen in Italien.

 

Erzbischof Arnold I (1138 - 1151) bewegte sich häufig in der Nähe des Königs. 1148 wurde er u.a. des Ämterkaufs beschuldigt und von Papst Eugen III. suspendiert. Während dieser Suspension wartete Arnold II. von Wieder (1151 - 1156) auf die Nachfolge und wurde einstimmig zum Erzbischof gewählt. Durch sein Drängen wurde er nicht nur in der üblichen Weise belehnt, sondern erhielt außerdem noch die rheinische Herzogsgewalt, was den nachfolgenden Bischöfen die Möglichkeit eröffnete, ein geschlossenes kölnisches Territorium zu schaffen. Friedrich II. von Berg wurde wegen seiner Bildung und Freundlichkeit gerühmt und starb nach nur 2-jähriger Amtszeit.

Reinald von Dassel (1159 - 1167) seit 1156 Reichskanzler und Verfechter der Reichsrechte wurde engster Berater des Königs. Durch seine hochrangigen Aufgaben war er selten in Köln, konnte aber durch kaiserliche Schenkungen die Herrschaftsgrundlage des Erzstiftes vergrößern. Ihm verdankt Köln auch die Überführung der Gebeine der Heiligen Drei Könige in den Kölner Dom. 

Philipp von Heinsberg (1167 - 1191) erhielt 1177 die Anerkennung des Papstes. Beim Sturz Heinrich des Löwen (1180) gewann er die westfälische Herzogswürde. Philipp hatte dadurch die große Aufgabe, Westfalen und Engern miteinander zu verbinden, was einer seiner territorialpolitischen Erfolge wurde und ihn zum mächtigsten deutschen Fürsten in der nördlichen Reichshälfte machte.

 

Bruno III. legte nach nur 2 Jahren wegen seines hohen Alters sein Amt nieder. Sein Neffe Adolf von Altina (1193 - 1205; 1212 - 1216) hatte durch seine Unterstützung des Königs Richard Löwenherz eine für Köln günstige Verbindung England. Er war Haupturheber  einer unglückseligen Doppelwahl der Könige, weswegen er von Papst Innozenz III. gebannt und abgesetzt wurde. Sein Nachfolger Bruno IV. von Sayn (1205 - 1208) geriet im Thronstreit in Gefangenschaft und setzte sich erst spät als Sieger gegen Adolf, der noch immer den Kölner Erzstuhl beanspruchte, durch.

König Otto IV. verlieh Dietrich I. von Hengebach (1208 - 1212) die Regalien. Dietrich war ihm treu ergeben, selbst nach Ottos Verbannung. Deshalb wurde er exkommuniziert, hielt sich aber nicht daran. Daraufhin übertrug der Papst noch einem Adolf die kommissarische Leitung. Wegen Streitigkeiten zwischen Adolf und Dietrich wurde Engelbert I. von Berg einstimmig zum Erzbischof gewählt. Dieser brachte wieder Ordnung ins Reich und versuchte Frieden und Recht herzustellen. Mittlerweile war Engelbert auch Reichsverweser und Vormund des jungen Königs Heinrich. Durch seine Territorialpolitik verursachte einigen Unmut, was zum Mord durch die Mannes seines Verwandten Graf Friedrich von Isenburg führte. Engelbert galt als Märtyrer und wurde später als Heiliger verehrt. Durch Heinrich I. von Müllenark (1225 - 1238) wurde Friedrich als Mörder hingerichtet. Heinrich besaß nicht die Machtgrundlage wie Engelbert, betrieb aber intensiver Städtepolitik. Köln profitiert durch Privilegien, die sie durch ihn erhielt.

 

Sein Nachfolger Konrad von Hochstaden (1238 - 1261), streitbar und energisch, ist der letzte Kölner Erzbischof des Hochmittelalters. Durch die feierliche Grundsteinlegung zum gotischen Dom am 15.8.1248 leitete er symbolisch eine neue Zeit ein.