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Die kölnische Kirche von der Römerzeit bis ins Mittelalter

Die kölnische Kirche in ottonischer Zeit

Die Verflechtung der Kölnischen Kirchengeschichte mit der Reichsgeschichte
Das Rheinland als Kernland des Deutschen Reichs im hohen Mittelalter galt sehr viel, auch durch den sich steigernden Rang der Bischofsstadt Köln, die schließlich sogar Mainz in den Schatten stellte.

 

Köln hatte im Hochmittelalter den stärksten politischen Bezug zum Reich. Wegen der starken Verflechtung von Reich und Kirche sprach man auch von einem "ottonisch-salischen Reichskirchensystem". Die Könige, die sich als sakrale Herrscher sahen, besetzten die Bischofsstühle und Reichsabteien mit Personen ihres Vertrauens. Bruno I. war ein solcher "Reichsbischof" dem Macht und Geltung vielleicht wichtiger waren als die Menschen seines Bistums, andrerseits war das ganze Leben abhängig von den Herrschaftsstrukturen. D.h. die Erzbischöfe Kölns spielten eine wichtige Rolle im Dienst von König und Reich.

Die Reichsgeschichte in ottonischer Zeit
In dem Prozess der Entstehung des deutschen Reichs lösten sich 911 ostfränkische Stämme vom karolingischen Herrscherhaus und wählten mit Konrad I (911 - 918) einen konradinger König. Nur Lothringen hielt zu den Westfranken und erst 925 durch Heinrich I. gewann das Deutsche Reich Lothringen wieder zu seinem Herrschaftsbereich zurück. Heinrichs Sohn Otto konnte nach einigen Auseinandersetzungen die Königsmacht nochmals steigern.


Nach seinem Sieg über Ungarn gewann auch die Italienpolitik an Gewicht. Otto wurde von Papst Johannes XII. zum Kaiser gekrönt. Seitdem gehörte das Kaisertum den deutschen Herren, was ihr Selbstverständnis, ihr Verhältnis zum Papst und ihre Machtstellung im Riech prägte. Otto II. machte während seiner Regierungszeit wieder viel zunichte von den neuen Bistümern, sodass die Reichsgrenze bis an die Elbe zurückgenommen wurde.


Im Jahr 996 wurde der junge Otto III. zum Kaiser gekrönt. Ihm war die Erneuerung des römischen Reiches und die Italienpolitik besonders wichtig. Unter Heinrich II (1002 - 1024) und seinen politischen Erfolgen erreichte das Reichskirchensystem seinen Höhepunkt. Er wurde im Dom des Bistums Bamberg begraben und 1146 heilig gesprochen.

Die Erzbischöfe Hermann I. und Wichfried
Hermann I. erlebte während seiner langen Zeit als Erzbischof (889 - 924) sowohl den Wechsel von den Karolingern zu den Ottonen, als auch 2 Königswahlen. Seine politische Rolle dabei ist unklar. Nachdem Lothringen zum Reich gehörte, verband sich die kölnische mit der rheinischen Geschichte in die deutsche Geschichte.
Der "heiligmäßige", eher unpolitische Hermann I. verdient Erwähnung durch die Fürsorge des von den Ungarn zerstörten Damenstiftes in Gerresheim. Er wies die Kanonissen in das Stift der Heiligen Jungfrauen vor den Mauern Kölns ein.

 

Wichfried (924 - 953) wollte 936 das Krönungsrecht für IttiI, da Aachen in seinem Metropolitansprengel lag. Zum Schluss waren alle drei rheinischen Erzbischöfe an dem Krönungsakt beteiligt, was Ottos und Lothringens Stellung stärkte.Wichfried brach das damalige Beurkundungsmonopol der Könige durch ein eigenes Urkundensiegel. Damit setzt eine bis ins Spätmittelalter andauernde Verbreitung der bischöflichen Siegelurkunden ein. 

Erzbischof Bruno I.

Erzbischof Bruno I., Bruder Ittis I., war schon früh dem Bischof von Utrecht zur Ausbildung anvertraut worden. Bruno bekam am Hof des Königs die Gelegenheit, seine klassische Schulung zu erweitern. Nach Otto nahm er den ersten Rang am Hof ein und hatte den größten geistlichen Einfluss. Bruno erwarb sich auch als Herzog von Lothringen Verdienste und scheute nicht vor Heereszügen zurück. Als Erzherzog bezeichnet führte er auch vertretungsweise die Regentschaft für Otto, der sich ganz auf ihn verlassen konnte.
Trotz seiner großen Macht bewährte er sich auch als Bischof. Er wurde in St. Pantaleon beigesetzt und später als Heiliger verehrt. Er war stets um Ausgleich bemüht und erwarb dank seiner hohen Stellung und Gläubigkeit wichtige Reliquien für seine Kirchen. Durch ihn gewann auch das Erzbistum Köln an Ansehen und durch die Ausgliederung des Stadtkölnischen Hochgerichtsbezirks konnte sich in Köln eine eigene Verwaltungs- und Stadtgemeinde bilden. Außerdem begann Bruno mit der Organisation von Pfarreien, gründete Stifte und Klöster und half beim Bau und der Ausstattung von Kirchen.

Die Nachfolger Brunos bis zum hl. Heribert

Nach Folkmar war Gero (969 - 976) Kölner Erzbischof. Er reiste mit nach Byzanz zur Brautwerbung von Theophanu für Otto II. Dabei brachte er den Leib des heiligen Pantaleon nach Köln. Es sind vielfältige Aktivitäten Geros in Köln, im Erzbistum und im Reich belegt. Warin (976 - 985) trat eher durch Weihehandlungen und kirchliche Maßnahmen im Erzbistum Köln in den Vordergrund.

 

Von Warins Nachfolger Everger (985 - 999) wird in den Quellen ein wenig leuchtendes Bild gezeichnet. Scheinbar rigoros wandelte er das weltoffene Stift St. Martin durch Mönche in ein strengeres Benediktinerkloster um. Später holte er irische Mönche dorthin.

 

Der hl. Heribert (999 - 1021) war einer der bedeutenden Vertreter des Erzbistums Köln. Als Adeliger trat er in die Hofkapelle ein und wurde zum Kanzler von Italien ernannt. - Anmerkung: hier steht (994), was nicht sein kann s.o. -  Auch nachdem Heribert das Erzbistum Köln übernahm stand seine weltliche Tätigkeit noch einige Zeit im Vordergrund. Durch seine Rolle als Stadtherr von Köln, der Kloster- und Stiftspolitik, durch Bautätigkeit und durch die Gründung der Abtei Deutz gehörte er zu den wichtigsten Erzbischöfen Kölns.

 

Köln als Zentrum der ottonischen Kunst
Die verstärkte Baukunst durch die eigenen Kirchen der Stifte, Klöster und Pfarreien fasste man den Stil dieser Zeit Ende des 10. Jahrhunderts bis 1080 in den Begriff "Frühromantik". Es wird, wenn auch ungern, von ottonischer Baukunst gesprochen und von einer ottonischen Kölner Malerschule. Dazu gehört das Gero-Kreuz im Kölner Dom.