Start Kontakt Sitemap

Die kölnische Kirche von der Römerzeit bis ins Mittelalter

Christen in spätrömischer und frühfränkischer Zeit

Das Wenige, was wir über die Entfaltung der kölnischen Kirche wissen, wurde durch Inschriften und Grabbeigaben deutlich. Mehrere bedeutende Fundorte in Köln und Umgebung machen die damalige Verbreitung des Christentums sichtbar.

Älteste christliche Kultstätten in Köln 

Wahrscheinlich entstand schon Ende des 4. Jahrhunderts im Bereich des heutigen Domes eine christliche Kirchenanlage, zu der u.a. ein von den frühen Christen genutzter Versammlungsraum gehörte. Nach 345 entstand St. Gereon. Wegen der prächtigen Ausstattung und Vergoldung wurden die dort verehrten Märtyrer "Goldene Heilige" genannt. Laut eine Legende wurden in St. Moritz im Wallis christliche Soldaten, die nicht den fremden Göttern opfern wollten, hingeschlachtet. Auch St. Gereon mit 318 Begleitern und St. Viktor mit 330 Gefährten traf dieses Schicksal. Die Clematius-Inschrift in St. Ursula bezeugt das Martyrium heiliger Jungfrauen, die nach 300 in der letzten großen Christenverfolgung den Tod erlitten. Senator Clematius hat die den Jungfrauen gewidmete Kirche wieder hergestellt. Die bei der Stadterweiterung 1106 an dieser Stelle gefundenen Gebeine begründen den Kult der heiligen Ursula und ihrer 11.000 Gefährtinnen. St. Severin aus spätrömischer Zeit war eine Friedhofskapelle.

 

Die ältesten Kirchen außerhalb Kölns 
Auf einem im Süden von Bonn gelegenen Gräberfeld, das zu einem Legionslager gehörte, entstand mit einer gemauerten Saalkirche eine Kultstätte, wahrscheinlich als christliche Gedenkstätte für die Märtyrer Cassius und Florentius. Wie in Bonn bezeugen auch Grabungen in St. Viktor in Xanten die Existenz früher Christengemeinden. Eine Grabkapelle, nach 400 als Steinbau, blieb auch im 5. Jahrhundert als Grabkapelle erhalten. Um 838 wird der Name Xanten, kurz darauf auch der hl. Viktor genannt. Der Grabungsfund einer Apsis in der Kirche St. Quirinius zu Neuss lässt auf eine spätrömische christliche Gedenkstätte schließen, ohne Hinweise auf Märtyrer. Durch Zülpich als Militärstation der Römer mit drei mittelalterlichen Pfarrkirchen, erhält das Bistum Köln schon erste Konturen.