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Die kölnische Kirche von der Römerzeit bis ins Mittelalter

Die kölnische Kirche in salischer Zeit (1024 - 1125) 

Das Jahrhundert der Salier: Zeit des Umbruchs
Das Jahrhundert der Salier von 1024 - 1125 war eine Zeit des Umbruchs mit Veränderungen, die teilweise jahrhundertelang wirksam blieben. Die Salier bemühten sich darum, dass die Herrschaftsrechte in die Hand eines Königs gelangten. Die Herzogtümer wurden eingeengt, die königliche Stellung gestärkt und das Lehnrecht bedeutsamer. Die Kirche stützte die königlich Herrschaft und trug weiterhin zur Festigung des Reiches bei. In dieser Zeit stritten Papst und Kaiser um den höchsten Rang und auch im Volk stieß der Machtzuwachs des Königs auf Kritik. Für das Erzbistum Köln bedeuteten diese Veränderungen u.a. größere Amtsherrschaft der Bischöfe, gestärkte Wirtschaftskraft, verstärkte Bautätigkeit und Herausbildung von Städten.

 

Die Reichsgeschichte in salischer Zeit
Konrad II (1024-1039) wurde sowohl zum italienischen Kaiser als auch zum burgundischen König gekrönt. Heinrich III (1039-1056) trat dessen Herrschaft an. Er griff in die Papstwirren ein, setzte drei rivalisierende Päpste ab und ab Clemens II stammten die nächsten Päpste aus Deutschland. Durch diese Entwicklung öffnete sich das Papsttum der kirchlichen Reform.

Durch den vorerst minderjährigen Heinrich IV. konnten das Papsttum und die Fürsten ihre Rechte stärken. Die Sachen erhoben sich und auch Papst Gregor VII als einer der bedeutendsten Päpste des Mittelalters. Gregor wollte, dass der Kaiser sich dem Papst unterordnet und drohte mit Amtsenthebung, Exkommunikation und Kirchenbann. Es kam zum sog. Investiturstreit und der gebannte Heinrich konnte nur durch den Bußgang nach Canossa seine Handlungsfähigkeit zurückgewinnen. Als Gregor VII Heinrich erneut bannte, fand er die Unterstützung bei den Bischöfen, die Gregor absetzten.  Heinrich V erhob sich gegen seinen Vater, hielt aber später ebenso am Investiturrecht des Königs fest. Unter Zwang ließ er sich vom Papst zum Kaiser krönen, wurde aber durch die Synode 1112 gebannt. Nach langen Verhandlungen wurde 1122 der Investiturstreit beigelegt. Heinrich starb 1125 kinderlos und mit ihm ging die Königsherrschaft der Salier zu Ende.

 

Das Erzbistum Köln und seine Erzbischöfe in der Salierzeit
Durch die enge Anbindung an die salischen Könige verdankten wohl auch alle Kölner Erzbischöfe ihr Amt der Entscheidung des Königs. Erzbischof Pilgrim (1021 - 1036) näherte sich Konrad II an indem er seine Gattin Gisela zur Königin krönte, so wie auch den Thronfolger Heinrich III. Pilgrim wurde zum Erzkanzler für Italien ernannt und diese Würde verblieb bei den Kölner Erzbischöfen. Zu würdigen ist auch die Führung einer doppelseitigen Bleibulle, die Förderung der Gründung des Klosters in Brauweiler und des Stiftes St. Aposteln in Köln.

 

Erzbischof Hermann II (1036 - 1056) galt als vornehmster Bischof seiner Zeit und war auch Mitglied der Hofkapelle und Erzkanzler von Italien. Er taufte und krönte Heinrich IV. Hermann wurden Ehrenrechte, Erzkanzlerwürde, Krönungsrecht und die Kölner Stadtherrschaft vom Papst Leo IX verliehen. Er sorgte für etliche Kirchen und die Gründung des St. Mariengrader Stiftes.

 

Erzbischof Anno II (1056 - 1075) erschien in Köln als Fehlbesetzung, da er aus einem unbekannten Geschlecht stammte. Trotzdem besaß er als Erzkanzler von Italien und der römischen Kirche eine hohe Position und sicherte sich Einfluss am Hof. Er gründete die Abtei Siegburg, weitere Stifte und Klöster u.a. das Stift St. Georg. Es kam aber auch zu Auseinandersetzungen mit den Kölnern und er bemühte sich erst kurz vor seinem Tod um Aussöhnung.  Man beerdigte ihn in Siegburg und sprach ihn 1183 heilig. Nach seinem Tod entbrannte der Investiturstreit erneut. Die nachfolgenden Bischöfe mussten sich entscheiden, ob sie zum Kaiser oder zum Papst halten wollten. Sowohl Hildof (1076 - 1078) als Sigewin (1078 - 1089) zogen sich nach einiger Zeit aus der Reichspolitik zurück. Erzbischof Hermann III. trat wenig in der Reichspolitik hervor. Nach Gewalttaten an den Juden konnte er sie nicht so schützen, wie er es eigentlich wollte. Er durfte Heinrich V. zum König krönen.

Friedrich I (1100 - 1131) wurde zweimal wegen seiner antipäpstlichen Haltung suspendiert. 1114 versuchte er sich in der Konfrontation mit dem geschwächten König Vorteile für sein Erzstift zu verschaffen. Der Erzbischof war sowohl kirchlicher Oberhirte als auch weltlicher Landherr im sog. Erzstift. Er betrieb intensiv durch Anlage von Burgen und Vergabe von Lehen Territorialpolitik. 1122 endete der Investiturstreit. Friedrich förderte insbesondere die Klöster und Orden. Sein Pontifikat verdeutlicht den Wandel des Erzbistums Köln während des salischen Jahrhunderts.

 

 

Verwaltungsgliederung und kirchliches Leben im Erzbistum Köln 

Bei den vielfältigen weltlichen und kirchlichen Aufgaben und der Verwaltung des Bistums wurden die Kölner Erzbischöfe von verschiedenen Institutionen unterstützt. Unter Anno II. entwickelte sich aus Pröpsten und Äbten ein Beratungsgremium, das Priorenkolleg. Ex existierten 23 erheblich größere Dekanate als heute, die auch Sendgerichte abhielten. Es entwickelte sich die Pfarrorganisation mit 2 Abteien und 11 Stiften bis sich   im Spätmittelalter 19 Pfarreien in Köln befanden.

Kunst und geistiges Leben im Erzbistum Köln
Köln konnte trotz vielfältiger Einflüsse weniger Leistungen aufweisen als andere Bistümer z.B. der Dom zu Speyer gegen den sich die erbauten Kirchen eher bescheiden darstellten, mit Ausnahme von St. Maria im Kapitol und St. Georg. Köln weist zwar einige wichtige Werke in der Kunst auf, besaß aber keine führende Rolle. Nur die Siegelkunst mit dem höchst anspruchsvollen Stadtsiegel bildet eine Ausnahme. Die Klöster mit ihren Mönchen waren ausschlaggebend für kirchliche Reformen. Die jüngeren Orden erlangten erst ab der Stauferzeit eine größere Deutung. Literarische Werke u.a. die des berühmten Theologen Rupert von Deutz entstanden in den Abteien des Benediktinerordens.