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Die kölnische Kirche von der Römerzeit bis ins Mittelalter

Die Kölnische Kirche in der Merowingerzeit

Herrschaftsverhältnisse
Nach dem Tod Chlodwigs wurde das Bistum Köln erst von König Theuderich I., dann von seinem Sohn Theudebert I. regiert. Die Franken eroberten während dieser Zeit (511 - 547) u.a. Teile Italiens. Dadurch verstärkten sich die Beziehungen zur römischen Kirche. Das Niederrheingebiet war trotz seiner Randlage von Bedeutung. Die verschiedenen Reichsteile wurden vereinigt, wieder neu aufgeteilt, zum Schluss entstanden Teilbereiche, die durch Hausmeier verwaltet wurden. Nach König Dagobert I. baute Hausmeier Grimoald seine Machtstellung und setzte die Erblichkeit seines Amtes durch. Nach den Hausmeierkämpfen behielt Pippin II. (Karolinger) die Oberhand. Sein Sohn wehrte 732 einen Vorstoß der Araber ab und regiert ohne (Merowinger) König. Sein Sohn stieg zum König auf mit Hilfe des Papstes Zacharia und somit wechselte die Königsherrschaft von den Merowingern zu den Karolingern.

 

Rückschläge für die Christen am Rhein 

Die "Reichskirche" lehnte sich an die Staatsordnung an, blieb aber trotz des Sturmes der Germanen erhalten, nur kam es zu einer Barbarisierung aller Lebensbereiche. Im 5. und 6. Jahrhundert ging die römisch geprägte Bevölkerung zurück, die fränkisch-germanische, d.h. heidnische Bevölkerung wuchs. Durch die Taufe von Chlodwig vereinfachte sich das Zusammenleben von Franken und Romanen, immerhin hatten sie dasselbe Bekenntnis. Trotz bestehender Fragen zu Lebensformen der Spätantike wird von einer Bedeutung der Kirche als Kontinuitätfaktor ausgegangen. Sie baute auf den spätantiken Grundlagen auf und konnte einiges davon als literarisches, wissenschaftliches und künstlerisches Erbe ans Mittelalter weitergeben.

Die Folge des Wechsels von der Römerherrschaft zur Landnahme der Franken zeigt die Kölner Bischofsliste. Zwischen Severin (397) und Carentinius (565 - 567) liegt die größte Lücke der folgenden Zeit. Trotz Rückgang der Bedeutung der kölnischen Kirche wird der Bischofsstuhl nicht für längere Zeit verwaist gewesen sein.Die durch den gallorömischen Kölner Bischof Carentinius prächtig erneuerten Gotteshäuser stehen symbolhaft für das am Ende der Übergangszeit neu erwachende Selbstbewusstsein der rheinischen Kirche. Vom nächsten bekannten fränkischen Bischof Everigisil und seinen Nachfolgern gibt es kaum Überlieferungen. Erst mit dem hl. Kunibert (627 - 826) wird die Bischofsliste dichter und es gibt erkennbare Grundzüge der Entwicklung des Bistums bis zum Ende der Merowingerzeit.