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Die kölnische Kirche von der Stauferzeit bis ins Mittelalter

Zwischen Reform und Chaos (1547 - 1577)

Im Mai 1545 unterstützte Kaiser Karl V. das Domkapitel im Kampf gegen die Reformationsbesuche. Hermann bekam auch von seinen Standes- und Glaubensgenossen keine Unterstützung und wurde gebannt. Unter massivem Druck des Kaisers sagten sich auch die weltlichen Stände Kurkölns von ihm los und erkannten den streng katholischen Koadjutor Adolf von Schaumberg als neuen Landesherren an. Rückblickend sah man das Eingreifen des Kaisers als Grund für das Scheitern des Reformationsversuches. Grund war aber auch die Unsicherheit des Kurfürsten, die konservative Haltung des Stadtrates und die traditionelle Frömmigkeit der Geistlichkeit und des Volkes.

 

Das Domkapitel verpflichtete Adolf schriftlich zum "rechten katholischen Glauben" und dieser erhielt Verfassungsrang. Er widerrief die zugelassene evangelische Predigt, es wurden wieder regelmäßig Diözesansynoden gehalten. Allerdings verzettelte Adolf sich in seinen Aktivitäten und überfällige Beschlüsse wurden vertagt. Seine Nachfolger empfingen weder die Priester- noch die Bischofsweihe. Durch große Verschuldung wurde das Verhältnis des Stifts zu den Landständen sehr belastet. Ein Jahrzehnt besaß Köln nicht mal mehr die bischöfliche Weihegewalt, was den Tiefpunkt der Entwicklung der Kölner Kirche deutlich machte. Salentin von Isenburg (1567) beendete den Schlendrian in der Kirchenleitung. Er führte gründliche Kirchenvisitationen im Kurstaat durch.

 

Reformkräfte in Köln
Die seit 1544 ansässigen Jesuiten übten einen starken Einfluss auf die konfessionelle Selbstfindung aus, besonders bei der anspruchsvolleren Bevölkerung. Die Franziskaner unterstützten eher beim "normalen" Volk die traditionelle Frömmigkeit.

Der Säkularisationsversuch des Kurfürsten Gebhard Truchseß (1577 - 1583)
Nach Salentin wählte das Domkapitel Gebhard Truchseß als Nachfolger. Er war von katholischer Gesinnung, empfing sogar die Priesterweihe. Trotz einer Liebesaffäre trat er nicht zurück. Die "Wetterauer Grafen" brachten ihr zu Freistellung der Religion. Es mischten sich Glaubens- mit Standes-interessen und Gebhard wurde abgesetzt.

 

Die Verwandten des Nachfolgers Ernst von Bayern erreichten mit gegenreformatorischem Eifer eine unangefochtene katholische Zukunft. Seit den 60er Jahren des 16. Jahrhunderts entstand aber trotzdem eine lutherische und reformierte evangelische Bewegung. Der Kölnische Krieg (1583 - 1585) sorgte mit dafür, dass der weitaus größte Teil des Erzbistums katholisch blieb.