Start Kontakt Sitemap

Die kölnische Kirche von der Stauferzeit bis ins Mittelalter

Reformation und Gegenreformation (1515 - 1583)

Im 16. Jahrhundert zerfiel die Einheit von Christenheit und Kirche in drei Konfessionskirchen. Zum Prozess der Reformation kam es durch Luther, durch kirchliche Missstände und neue politische Machtkonstellationen. Die monarchische Union in der Erzdiözese Köln balancierte die extreme Machtüberlegenheit der burgundischen Niederlande etwas aus.  Das dazwischen liegende Herzogtum Geldern schuf durch sein bevorstehendes Erlöschen eine latente Konfliktsituation. Dazu kam der Zusammenstoß von evangelischer Bewegung und altkirchlicher Tradition und die Auseinandersetzungen zwischen dem Hause Habsburg und Frankreich. Zwei Versuche, das Kölner Erzstift zu reformieren, mißlangen.

 

Auf reformkatholischem Mittelweg im Geist des Humanismus (1520 - 1540)
Die theologische Fakultät der Universität zu Köln verdammte 41 Sätze aus Luthers Schriften als ketzerisch. Köln blieb die einzige große Reichsstadt, die nie in der Gefahr stand protestantisch zu werden, unterstützt durch das hohe Niveau des Pfarrklerus und der traditionellen Frömmigkeit. Erst 1525 reagierte die Obrigkeit auf die lutherische Bewegung. Am Rhein kam es zu Aufständen und innerstädtischen Unruhen.

 

Jülisch-klevische Kirchenpolitik
Der Herzog und die Herzogin von Jülich-Kleve-Berg wiesen die Pastoren an, die lutherischen Schriften als häretisch zu verdammen. Die reformatorische Bewegung führte 1525 zu einer veränderten Landesordnung, die die alte Kirche reformierte, aber nicht die Kirche als solche veränderte und eine drohende Kirchenspaltung verhindern sollte.

Der Reformationsversuch des Erzbischofs Hermann V. von Wied (1540 - 1547)
Erzbischof Hermann V. versuchte in seinem Erzstift eine christliche Reform. Die Gespräche dazu zwischen Martin Bucer und Gropper verdeutlichten aber die unvereinbaren Standpunkte. Widerstand des Domkapitels: Der Reformationsversuch wurde zu einer Verfassungs- und Glaubensfrage. Das Domkapitel wurde zum eigentlichen Kontrahenten des Kurfürsten und behauptete sich das erste Mal seit Luthers Frühschriften. Es gab nur eine zögerliche Ausbreitung der freigestellten evangelischen Lehre.