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Die kölnische Kirche von der Stauferzeit bis ins Mittelalter

Das Erzbistum im großen Schisma der Kirche

Das prägendste kirchenpolitische Ereignis war das 1378 ausgebrochene Schisma: Friedrich bekannte sich zur Anhängerschaft des römischen Papstes Urban VI. der ihm daraufhin große Schulden erließ und seine Exkommunikation rückgängig machte. Daraufhin befreite der avignonesische Papst Clemens VII. die Grafschaften Mark und Kleve aus der Jurisdiktionsgewalt des Kölner Erzbischofs, was den Grafen ein wert- und wirkungsvolles Druckmittel im Wirkungsfeld der geistlichen Gerichtsbarkeit an die Hand gab. Friedrich zog sich auf eine neutrale Position zwischen den Päpsten zurück und hing später sogar dem dritten gewählten Papst an.

 

Friedrichs Elan zur Veränderung von Missständen an den Stiftskirchen trat durch die weltlichen Amtsgeschäfte in den Hintergrund. Allerdings richtete er eine geistliche Verwaltung mit einem Generalvikar ein. Seine Amtszeit wurde sehr positiv bewertet, wenn er auch die geistlichen Aufgaben sehr wenig wahrnahm. Er nahm keine Weihehandlungen vor, zelebrierte aber Messen, was manche Standesgenossen schon gar nicht mehr taten.

Dietrich von Moers
Einen zweijährigen Krieg um zwei gewählte Bischöfe gewann Dietrich von Moers, der 49 Jahre Erzbischof war und sich währenddessen an allen Konflikten des europäischen Nordwestens beteiligte. Er bündelte viele, teils gegensätzliche Kräfte in sich und war ein von hektischem Aktionismus getriebener Fürst, der zwiespältig beurteilt wurde.  Papst Pius II. hielt ihn für sehr bedeutend, für Papst Eugen IV. war er "ein Sohn der Verruchtheit und des Verderbens". Dietrich war von Machthunger und unersättlicher Herrschsucht getrieben. Er versuchte seine fürstliche Dominanz zu steigern und zielte auf eine Wiederherstellung der kurkölnischen Vormacht.

 

In der Kirchenpolitik war er der entschiedenste Konziliarist, diese Vorstellungen teilte er mit hochangesehenen Persönlichkeiten. An seinem 1440 nach Köln einberufenem Provinzialkonzil nahmen vor allem Gelehrte teil, was ihn in seiner Beurteilung der Dinge stärkte. Unlautere Interessen in seiner kirchenpolitischen Position ließen Zweifel an seiner theologischen Redlichkeit aufkommen und den Verdacht, es ginge um eine bequemere Kirchenstruktur zu Gunsten seiner Interessen.


Die "Soester Fehde" (1444-1449) während seines Pontifikats, bei der die größte kurkölnische Stadt Soest auf die klerisch-märkische Seite wechselte, verwoben sich Konflikte um Machtkämpfe und die Haltung zum Konzil gegen die papstfreundliche Haltung. Dietrich unterlag auf der ganzen Linie und wurde sogar 2 Jahres eines Amtes enthoben. Dietrich ruinierte das Erzstift finanziell. Er war ein besserer Krieger als ein Bischof, trotz drei gehaltenen Provinzialkonzilen und der Reform der Klosterzucht und neuer geistlicher Gemeinschaften.

Ruprecht von der Pfalz
Sein Nachfolger Ruprecht von der Pfalz (1463 - 1475/80) scheiterte an den Folgen dieser Politik. Das Domkapitel räumte zwischenzeitlich den Ständen mehr Rechte ein. Um den verpfändeten Stiftsbesitz an sich zu bringen griff Ruprecht in die Rechte Domkapitels ein, das sich dagegen wehrte und Hermann von Hessen als Stiftsgubernator bestellte. Dieser musste erst den Tod des langjährigen Gefangenen Ruprecht abwarten, um zum Erzbischof gewählt zu werden.

 

Hermann von Hessen
Hermann von Hessen (1475/80 - 1508) bemühte sich den Schuldenberg der Kölner Kirche abzutragen und setzte politisch auf Verständigung und Ausgleich. Mit "angeborener Demut" suchte er den Umgang mit den Franziskanerpatres, feierte Messen und spendete Weihen, was seine höfische Umgebung nicht gerne sah. Das Domkapitel später wählte mit Philipp von Daun (1508 - 1515) den letzten vorreformatorischen Bischof aus der nichtfürstlichen Adelsschicht.