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Aufbruch in die Neuzeit

Die Säkularisation und ihre Folgen

Die kirchenfeindlichen Maßnahmen, insbesondere die Einziehung der Kirchengüter durch den Staat, bildeten ein wesentliches Element der Französischen Revolution. Durch den Konsularbeschluss vom 9.6.1802 wurden alle geistlichen Institutionen aufgehoben, ihr Besitz zu Staatseigentum erklärt, bis auf die Bistümer, Pfarreien, Domkapitel und Priesterseminare. Auch das Kölner Domstift wurde säkularisiert, weil Köln kein Bischofssitz mehr war. Geistliche Einrichtungen, die sich der Erziehung oder Krankenpflege widmeten waren von den Suppressionsmaßnahmen ausgenommen, es blieben sechs Ordensgemeinschaften bestehen. Die Säkularisation der rechtsrheinischen Teile des alten Erzbistums Köln wurde zwischen 1803 und 1806 durchgeführt. Die Entmachtung der Kirche weckte auch positive Kräfte, das religiöse Leben erstarkte, die moralische Autorität der Bischöfe und des Papstes wuchs.

 

Die ersten Jahre unter preußischer Herrschaft und die Wiedererrichtung des Erzbistums Köln
Der Wiener Kongress sprach 1815 die Rheinlande dem Königreich Preußen zu, bei den Gebietszuteilungen wurden die französischen Einheiten nicht respektiert. 1822 bestand die Rheinprovinz aus fünf Regierungsbezirken, Sitz des Oberpräsidenten war Koblenz. Nach 1815 bereitete Berlin Maßnahmen vor, um die preußischen Gesetze im Rheinland einzuführen. König Friedrich Wilhelm III. von Preußen versprach u.a. die Religion zu schützen und die Amtsträger in ihrer Würde zu stützen.

 

Die 1818 in Bonn gegründete Universität bekam eine katholisch-theologische Fakultät, 1821 wurde die Wiedererrichtung des Erzbistums Köln beschlossen. Es war zwar mit 686 Pfarreien wesentlich kleiner als früher, diese lagen aber im Staat Preußen, später sogar in einer Provinz. Die Beschaffung von Wohnungen für Erzbischof und Domkapitel und die finanzielle Absicherung des Priesterseminars wurde geregelt. Das Bistum Aachen bestand nach nur 23 Jahren nicht mehr und das Erzbistum Köln knüpfte im neuen Zeitalter an alte Traditionen wieder an.

 

 

(Die Karte zeigt das Erzbistum und die Kirchenprovinz Köln nach 1821)