Start Kontakt Sitemap

Aufbruch in die Neuzeit

Die französische Herrschaft im Rheinland

Auswirkungen auf die kirchlichen Verhältnisse
Seit Jahrhunderten sah Frankreich den Rhein als natürliche Grenze des eigenen Landes und wollte die jetzt eroberten Gebiete auch nicht aufgeben trotz vieler Kriege. Bis 1814 dauerte die Herrschaft der Franzosen in den linksrheinischen Gebieten. Auch das Erzbistum und Kurfürstentum Köln war davon betroffen. Französische Emigranten berichteten, dass in Frankreich Kirchengüter staatliches Eigentum und viele Orden aufgelöst wurden, d.h. die Kirchen waren Einrichtungen des Staates. Der letzte Kurfürst-Erzbischof von Köln, Max Franz von Österreich floh aus Bonn. Er bestellte Vikariatsverwalter, verlegte die kurkölnische Regierung nach Recklinghausen und brachte die Archive, die Bibliothek, den Domschatz mit den Gebeinen der Heiligen Drei Könige nach Arnsberg.

 

Den Kölnern wurde von den Franzosen das Beibehalten der Gesetze, Gebräuche und Ausüben der Religion versprochen. Doch zunehmend wurden die in Frankreich geltenden Gesetze und Dekrete auf die annektierten Gebiete übertragen. Es wurden vier Departements geschaffen und Aachen wurde das Zentrum der neuen Verwaltungsorganisation. Die kirchlichen Güter wurden französisches Nationaleigentum, selbst der Dom war zeitweise Heeresmagazin und Gefangenenlager. Der ehemals privilegierte Klerus litt ganz besonders unter den Kontributionen. 

Ab 1797 wurden Prozessionen, öffentliches Beten, die Begleitung eines Begräbnisses durch einen Geistlichen in liturgischer Kleidung und selbst die mitternächtliche Christmette in Köln verboten. Dies wurde möglich, da Preußen aus der Koalition ausschied und auch Österreich erhebliche Zugeständnisse an Frankreich machte. Nach dem zweiten Koalitionskrieg (1798 - 1802) wurden die linksrheinische Gebiete staats- und verfassungsrechtlich zum Bestandteil der Französischen Republik erklärt.

 

Die Gründung des Bistums Aachen und das Ende des alten Erzbistums Köln
Napoleon wußte, dass die Kirche immer noch einen großen Platz im Herzen vieler Menschen hatte. Er signalisierte dem Papst Versöhnungswillen zwischen Kirche und Staat, mit dem Ziel, die Kirche für seine Zwecke zu nutzen. Der Papst erlangte die eingeschränkte Hoheit über die Kirche in Frankreich zurück. 1801 wurde das Bistum Aachen gegründet. Marc Antoine Berdolet, ein Anhänger Napoleons, wurde Bischof über das große linksrheinische Bistum. Er war ein gewissenhafter Hirte und erlangte Ansehen in seinem Bistum, u.a. auch durch sein anspruchsloses und frommes Leben. Für das alte Erzbistum Köln bedeuteten die Entwicklungen des Jahres 1801 das Ende.